Gravallo, ein Gravel-Event ohne Rennstress
3 Strecken: 70 km (CORE) / 107 km (FONDO) / 300 km (SUPERCORE) ca. 4000 hm
Die beiden kurzen Strecken starteten am Samstag, die 300 km Route konnte individuell ab Donnerstag 9 Uhr gestartet werden und es mussten 3 Checkpoints (4. Checkpoint à Ziel) erreicht werden.
Die GRAVALLO SUPERCORE startete bei der Tabakfabrik Linz und führte über die neue Eisenbahnbrücke über die Donau hinaus ins Mühlviertel. Entlang der historischen Trasse der ehemaligen Pferdeeisenbahn Linz–Budweis ging es durch die charakteristische Hügellandschaft des Mühlviertels bis nach Tschechien in die Böhmischen Hochlande und weiter entlang der Moldau nach Český Krumlov (Krumau).
Anschließend verlief die Route in Richtung Moldaustausee und entlang des gesamten Schwarzenbergischen Schwemmkanals. Über den Iron Curtain Trail führte die Strecke weiter zum „grünen“ Grenzübergang entlang der Steinernen Mühl. Die letzten Kilometer rollten entspannt auf dem Donauradweg zurück zum Ausgangspunkt in Linz.
Nicole Peßl vom RTR Atus Weiz war dabei – hier ihr Bericht:
„Ich bin Freitag vormittag gegen 9:30 losgefahren, die Wettervorhersage versprach wenig trockene Stunden bei ca. 15 Grad. Ich bin fast durchwegs in Regenmontur gefahren, kalt war es mir aber nie. Nach ca. 35 km der erste Patschen, hab in einer Abfahrt vergessen dass ich nicht mit dem MTB unterwegs bin und ein bisschen zu wild runtergebrettert à Durchschlag beim Vorderreifen. Nach ca. 100 km der zweite Platten à Metallstift im Hinterrad. Beide Pannen haben mich recht viel Zeit gekostet, somit war dann auch bald klar, dass sich die Fähre über den Moldaustausee nicht ausgehen wird. Laut Veranstalter konnte man in diesem Fall aber die Brücke benutzen, die ein paar km weiter nördlich über die Moldau führte und dann wieder auf die Originalstrecke zurückkehren. Die Nacht irgendwo im tschechischen Nirgendwo war dunkel, vor allem als mir um ca. 3 Uhr die Lampe ohne Vorwarnung ausgefallen ist. Mit der Reservelampe in der Hand konnte ich bis zum (zum Glück) frühen Morgengrauen weiterfahren. Gegen 7 Uhr früh nach ca. 270 km hatte ich einen echten Einbruch und war kurz vorm Aufgeben, da ich nichts mehr essen konnte. Irgendwie hab ich mich dann aber doch dafangen und konnte mich auf den letzten km vor Linz sogar noch meiner Regenbekleidung entledigen. Nach einem kleinen Navigationsproblem in Linz (viele Brücken sind echt verwirrend) und einem kleinen Umweg hab ich dann den Weg zurück zur Tabakfabrik doch noch gefunden und mir nach 25 h und 21 min den letzten Stempel abgeholt. Am Eventgelände gab es dann super Verpflegung, eine kleine Expo und auch noch eine große Tombola mit hochwertigen Preisen. Leider hab ich nichts gewonnen ☹
Durch den individuellen Start war ich komplett alleine unterwegs und bin nur einer handvoll anderer Teilnehmer begegnet. Entweder wurde ich beim Panne beheben oder Pause machen überholt, bzw. habe ich 2 Teilnehmer überholt, die im Wald geschlafen haben.“




